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ZZ-0938
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Margarita Merkel wurde während des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1941 in der Ukraine geboren. Im Alter von 2 Jahren wurde sie mit ihrer deutschstämmigen Familie von den Deutschen nach Österreich evakuiert. Dort arbeitete ihr Vater für das Ministerium für Bauwesen, während ihre Mutter sich um die Familie kümmerte. Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen wurde allen deutsch-russischen Bürgerinnen und Bürgern angeboten, in ihre Dörfer zurückzukehren. Nach mehrmonatigem Aufenthalt in einem Umsiedlungslager, kam die Familie 1946 jedoch in Duschanbe (Tadschikistan) unter.

Dort lebten sie in bescheidenen Verhältnissen und mussten sich an die neuen Lebensbedingungen anpassen. Margarita Merkel beschreibt die schwierigen Umstände, unter denen sie aufwuchs, einschließlich ihrer eigenen gesundheitlichen Probleme, wie die Tuberkulose. Trotz der Herausforderungen gelang es ihrer Familie, sich eine kleine Existenz aufzubauen, indem sie in einer Nähfabrik arbeiteten und ein kleines Haus kauften.

Margarita Merkel besuchte einen speziellen Kindergarten für tuberkulosekranke Kinder und später eine Schule, wo sie sich gut entwickelte. Sie sprach sowohl Deutsch als auch Russisch, da ihre Eltern darauf bestanden, dass sie Russisch lernt, um in der neuen Umgebung besser zurechtzukommen. Während ihrer Schulzeit erlebte sie sowohl Unterstützung als auch Diskriminierung, da sie als Russlanddeutsche wahrgenommen wurde. Dennoch konnte sie sich durch ihre Leistungen in der Schule Respekt erarbeiten und wurde Klassensprecherin.

Da der Staat deutschstämmigen Bürgerinnen und Bürgern das Studieren verboten hatte, gab Frau Merkel ihre deutsche Staatsangehörigkeit ab, um nach 10 Schuljahren Medizin zu studieren. Nach ihrem Medizinstudium arbeitete Margarita Merkel in einem Krankenhaus in der Abteilung für Tuberkulose, was auch mit ihrer eigenen Krankheitsgeschichte zusammenhing. Später wechselte sie in die Anästhesie. Sie erlebte die Herausforderungen des medizinischen Systems in Tadschikistan und die Schwierigkeiten, die mit der Behandlung von Patienten verbunden waren. In den späten 1980er Jahren, als die politische Situation in der Sowjetunion instabil wurde, entschied sich die Familie, nach Deutschland auszuwandern, da sie sich als Russlanddeutsche nicht mehr sicher fühlten.

Nach ihrer Ankunft 1992 in Deutschland lebte die Familie zunächst im Notaufnahmelager Marienfelde für ein bis zwei Wochen, wo sie Unterstützung von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Pfarrer erhielten. Da das Notaufnahmelager zu diesem Zeitpunkt sehr voll war, zogen sie bald mithilfe der Beratungsstelle nach Berlin-Moabit in eine Wohnung. Margarita Merkel und ihr Mann fanden es herausfordernd, sich in die neue Gesellschaft zu integrieren, insbesondere aufgrund der Sprachbarrieren. Sie reflektiert über ihre Erfahrungen und die Unterschiede zwischen den Kulturen, während sie gleichzeitig die Schönheit und Vielfalt der deutschen Gesellschaft schätzt.

Zum Zeitpunkt des Interviews lebt Margarita Merkel in Berlin.

[Dieser Text wurde mit Hilfe von KI generiert und redaktionell bearbeitet.]

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