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ZZ-1067
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Dieter von Wichmann, geboren im 1938, wuchs in Ost-Berlin auf. In diesem zweiten Interview berichtet er von seinen Eltern, Künstler mit einer offenen Weltanschauung, die mehrfach die Absicht hatten, die DDR zu verlassen. Diese Überlegungen führten dazu, dass sie Haushaltsgegenstände in den Westteil der Stadt transportierten. Dieter von Wichmann selbst wollte Elektrotechnik studieren, wurde jedoch durch die politischen Gegebenheiten daran gehindert und musste stattdessen einen praktischen Beruf erlernen. Diese ersten Einschnitte in seiner Bildung weckten in ihm den Wunsch, die DDR zu verlassen, da er die Ungerechtigkeiten des Systems zunehmend erkannte.

Nach seiner Ausbildung arbeitete Dieter von Wichmann im Friedrichstadtpalast, wo er internationale Künstlerinnen und Künstler erlebte und die politische Situation nach dem Mauerbau als bedrückend empfand. Der Mauerbau veränderte sein Leben drastisch, da er nun nicht mehr einfach nach West-Berlin reisen konnte. Trotz der Einschränkungen fand er Freude an seiner Arbeit, doch die ständige Überwachung durch die Staatssicherheit und die Angst vor Repressionen prägten seinen Alltag. Diese Erfahrungen führten dazu, dass er immer mehr über Fluchtmöglichkeiten nachdachte, insbesondere als er in die Volksarmee einberufen werden sollte.

Dieter von Wichmann unternahm mehrere gescheiterte Fluchtversuche, die oft impulsiv und schlecht durchdacht waren. Er versuchte, nachts auf den Moskau-Paris-Express aufzuspringen, was ihm jedoch nicht gelang. Auch der Versuch, einen Grenzbeamten zu bestechen, scheiterte, als dieser in Panik geriet. Diese Rückschläge verstärkten seinen Wunsch, die DDR zu verlassen, und führten zu intensiven Vorbereitungen mit Hilfe von Fluchthelfern. Schließlich wurde er jedoch von der Staatssicherheit entdeckt und verhaftet, was zu einer zweijährigen Haftstrafe führte.

Während seiner Haftzeit hatte Dieter von Wichmann Kontakt zu seiner alten Dienststelle, die sich für seine vorzeitige Entlassung einsetzte. Nach vier Monaten wurde er schließlich in eine andere Haftanstalt verlegt, wo die Bedingungen besser waren. Nach seinem Freikauf wurde er in die Bundesrepublik Deutschland transportiert, wo er zunächst bei seiner Großmutter in Ludwigshafen unterkam. Dort traf er auch seinen Vater, den er zuvor nie gesehen hatte, und begann, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

In der Bundesrepublik angekommen, erlebte Dieter von Wichmann eine freundliche Aufnahme, hatte jedoch Schwierigkeiten, sich in das neue Leben einzugewöhnen. Er fand schnell Arbeit als Filmvorführer und konnte schließlich auch studieren. Trotz der anfänglichen Herausforderungen fühlte er sich in Westdeutschland willkommen und konnte seine beruflichen Ambitionen verwirklichen.

Zum Zeitpunkt des Interviews lebt Dieter von Wichmann in Berlin.

[Dieser Text wurde mit Hilfe von KI generiert und redaktionell bearbeitet.]

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